Microsoft vs. Google: Kampf der Titanen
Seit November letzten Jahres blieben die «Angriffe» indirekt, doch am Donnerstag ging Microsoft offen in die Offensive. Tatsächlich reichte der Hauptkonkurrent Google bei der Europäischen Kommission eine formelle Beschwerde wegen wettbewerbswidriger Praktiken ein. Im Anschluss an diese ausführliche Erklärung bestätigte Brüssel, dass die Beschwerde geprüft werde, und ließ die Möglichkeit offen, dass die Kommission später ein Ermittlungsverfahren einleitet.
Die Beschwerden
Tatsächlich zielt Microsoft auf alle wichtigen Aktivitäten von Google ab. Man sollte bedenken, dass Google 95 % des Internet-Suchmarktes kontrolliert, während Bing, die Suchmaschine von Microsoft, eine vergleichsweise geringe Bedeutung hat. Konkret wird Google vorgeworfen, Microsoft daran zu hindern, einen Großteil der Videos auf der Website seiner Tochtergesellschaft YouTube korrekt zu indexieren. Darüber hinaus ermöglicht Android (Googles Betriebssystem) – genau wie das iPhone – eine effiziente Videosuche, was mit Microsofts Windows Phone-Software nicht möglich ist.
Im Werbemarkt, der weitgehend von Google dominiert wird, wirft Microsoft seinem Konkurrenten vor, seinen Dienst auf Kosten des eigenen zu bevorzugen. Die von Microsoft in diesem Fall beauftragte Anwaltskanzlei Steve Ballmer hebt die Probleme hervor, die durch die zwischen Google und mehreren Buchverlagen geschlossene Vereinbarung entstanden sind.
Googles Antwort
Offiziell hat Google diese Vorwürfe zur Kenntnis genommen. Vor einigen Wochen versicherte einer seiner Sprecher der Kommission die volle Kooperation und erklärte, es gäbe «immer Raum für Verbesserungen».
Ein interessanter Fall, den es in den kommenden Monaten zu verfolgen gilt.
Hinweis: In den Vereinigten Staaten haben mehrere Bundesstaaten ebenfalls Ermittlungen gegen Google eingeleitet. Das Unternehmen wird auch auf nationaler Ebene untersucht, sowohl wegen seiner Vereinbarung mit der Verlagsbranche als auch wegen der Übernahme von ITA, einem auf Informationssoftware für die Luft- und Raumfahrtindustrie spezialisierten Unternehmen.
Quelle: www.letemps.ch
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