Der Ölpreis wird steigen, bis die Nachfrage zu sinken beginnt

Was sind die Ursachen für den Anstieg des Ölpreises, der einen Rekord nach dem anderen bricht und am Mittwoch, dem 16. April, die Marke von 115 Dollar überschritt?

Die unmittelbarsten Faktoren sind der erneute Verfall des Dollars, der unerwartete Rückgang der US-Ölvorräte und schließlich ein Marktungleichgewicht zwischen Ölangebot und -nachfrage. Einer aktuellen Schätzung der Internationalen Energieagentur zufolge nimmt die Nachfrage in den reichen Ländern trotz des starken Preisanstiegs kaum ab. Im Rest der Welt nimmt sie eher zu als ab, was das Gleichgewicht des Ölmarktes kurz- und mittelfristig stark beeinflussen wird. Ein weiterer Erklärungsfaktor sind die rapide steigenden Ölproduktionskosten. Die Grenzkosten (die Kosten für das letzte geförderte Barrel) liegen heute bei rund 70 Dollar pro Barrel. Der Ölpreis kann daher nicht auf ein niedriges Niveau zurückkehren.

 

Welche Rolle spielen Spekulanten?

Spekulanten sind, wie auch auf anderen Märkten, insbesondere im Lebensmittelbereich, präsent. Ihr Einfluss ist real, sollte aber nicht überbewertet werden, da der Preisanstieg hauptsächlich auf die oben genannten Faktoren zurückzuführen ist. Das Gewicht der Spekulation liegt bei 10 bis 20 Dollar pro Barrel zu 115 Dollar.

Wie wird sich der Preis für ein Barrel Öl in den nächsten Wochen entwickeln?

Das ist sehr schwer zu sagen. Wenn die Nachfrage nicht sinkt, sehe ich keine Möglichkeit, den Ölpreis signifikant zu senken. Es mag zwar geringfügige Abwärtstrends geben, aber die Nachfrage bleibt sehr stark, weil wir ohne Öl nicht auskommen. Die Ölnachfrage ist weitgehend preisunelastisch. Das heißt, sie reagiert nicht sehr empfindlich auf Preiserhöhungen.

In Entwicklungsländern (EDC) sind die Wirtschaftswachstumsraten erfreulicherweise sehr hoch, was den Konsum steigert. Die Auswirkungen steigender Ölpreise auf den Konsum sind jedoch begrenzt. In diesen Ländern werden die Ölpreise im Vergleich zum Weltmarktpreis auf einem extrem niedrigen Niveau reguliert. Daher nimmt der Konsum in den EDC trotz steigender Ölpreise nicht ab.

Im Rest der Welt, beispielsweise in Europa, dämpft der starke Euro den Schock. Während sich der Ölpreis in den letzten fünf Jahren in Dollar mehr als vervierfacht hat – der letzte Zyklus steigender Ölpreise begann 2003 –, hat er sich in Euro nur verdoppelt. In Frankreich stieg er sogar von 32 auf 35 Prozent. Diese Faktoren erklären auch, warum der Ölpreisanstieg noch immer nur geringe Auswirkungen auf die Nachfrage hat.

Interview von Edouard Pflimlin


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Administrator
Administrator
16 years ago

Um Ihre Frage zu beantworten, bräuchten wir eine gründliche Untersuchung aller Parameter, die den „Verbrauch“ der Entwicklungsländer bestimmen.

D’une manière générale le prix du pétrole est à la base de tous dans ses pays… la grande majorité du budget des foyers passe dans l’alimentation.. or le pris du pétrole à une influence direct sur les prix des denrées alimentaire dans les pays en voie de développement.

Donc l’influence est très grande et peu provoquer des crises alimentaire comme cela c’est produit au printemps et en été 2009 dans les pays Africains, Haiti et encore d’autres ou des manifestations ont éclaté à cause de la hausse des prix du riz et denrées de base comme le blé.

Eugene Daniel
Eugene Daniel
16 years ago

quelle est l’impact de la variation du prix du petrole sur la consommation des menages dans les pays en developpement