Nordlichter in der Schweiz – Bilder und Erklärungen

Nordlichter in der Schweiz sichtbar – Magische Nacht vom 12. November 2025

Der Schweizer Himmel bot in der Nacht des 12. November 2025 ein seltenes Schauspiel: Nordlichter erleuchteten den nördlichen Horizont und waren in mehreren Regionen des Landes sichtbar. Dieses Phänomen, das normalerweise den Polargebieten vorbehalten ist, erreichte ausnahmsweise sogar die Alpen und das Schweizer Mittelland und erfreute Naturliebhaber und Nachtfotografen gleichermaßen.

Ein faszinierendes Himmelsphänomen

Die Aurora borealis, auch bekannt als Nordlichter, entsteht durch die Wechselwirkung des Sonnenwinds – eines Stroms geladener Teilchen, der von der Sonne ausgestoßen wird – mit dem Erdmagnetfeld. Wenn diese Teilchen die oberen Atmosphärenschichten erreichen, kollidieren sie mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen.

Nordlichter in der Schweiz 🇨🇭 November 2025

Nordlichter in der Schweiz 🇨🇭

Bei diesen Kollisionen wird Licht freigesetzt: grün, rot oder violett, abhängig von der Zusammensetzung und der Höhe der Luft.

  • Sauerstoff in einer Höhe von etwa 100 km emittiert grünes Licht.
  • In höheren Lagen, etwa in 250 km Höhe, nimmt das Wasser eine rötliche Färbung an.
  • Stickstoff hingegen erzeugt rosa oder violette Reflexe.

Jede Aurora ist somit ein einzigartiges Kunstwerk, gemalt von der Physik und Magie des Kosmos.

Warum sind Polarlichter in der Schweiz selten?

Die Schweiz liegt auf etwa 46° nördlicher Breite und damit deutlich südlicher als die übliche Zone der Polarlichter, die zwischen 60° und 75° nördlicher Breite verläuft. Unter normalen Bedingungen lenkt das Erdmagnetfeld Sonnenpartikel in diese hohen Breiten, wo sie die prächtigen Leuchterscheinungen erzeugen, die man in Skandinavien, Kanada und Island beobachten kann.

Damit Polarlichter bis in die Schweiz sichtbar sind, muss ein geomagnetischer Sturm von außergewöhnlicher Stärke auftreten. Dieser Sturm verzerrt und erweitert das Polarlichtoval nach Süden, wodurch unsere Breitengrade kurzzeitig von Sonnenpartikeln durchflutet werden.

Die idealen Bedingungen für den 12. November 2025

In der Nacht des 12. November 2025 schleuderte ein starker Sonnensturm einen koronalen Massenauswurf direkt auf die Erde. Beim Auftreffen auf unseren Planeten löste diese Teilchenwelle einen geomagnetischen Sturm der Stärke G4 aus, einen der stärksten der letzten Jahre.

Die Polarlichtaktivität breitete sich dann bis nach Mitteleuropa aus: In der Schweiz, Frankreich, Deutschland und sogar in Norditalien waren Polarlichter zu sehen.

Mehrere Schweizer Beobachter, insbesondere im Jura, in den Voralpen und im Wallis, konnten rötliche und rosafarbene Schleier am Nordhimmel ausmachen, die manchmal mit bloßem Auge sichtbar waren, manchmal aber erst durch Langzeitbelichtungen sichtbar wurden.

Wie kann man die Nordlichter von der Schweiz aus sehen?

Um die Nordlichter von unseren Breitengraden aus beobachten zu können, müssen vier wesentliche Bedingungen erfüllt sein:

  1. Starke Sonnenaktivität: Nur geomagnetische Stürme der Stärke G3 bis G5 können Polarlichter so weit südlich sichtbar machen.
  2. Ein klarer Himmel: keine Wolken oder Nebel und so wenig Lichtverschmutzung wie möglich.
  3. Freier Horizont nach Norden: Bevorzugt werden höher gelegene Gebiete oder Hügel, die nach Norden offen sind.
  4. Völlige Dunkelheit: Die beste Zeit ist zwischen 22:00 und 2:00 Uhr, wenn die Nacht tief und das Mondlicht schwach ist.

Im Allgemeinen ist ein Kp-Index größer als 7 erforderlich, damit Polarlichter den 47. Breitengrad überschreiten und von der Schweiz aus sichtbar werden.

Wo kann man in der Schweiz die Nordlichter sehen?

Die besten Beobachtungsorte sind Berg- oder ländliche Gebiete, weit entfernt von Städten und deren Lichtverschmutzung:

  • Chasseral und die Jura-Gebirgskämme mit freiem Blick nach Norden.
  • Die Waadtländer oder Fribourg-Voralpen.
  • Die Hochebenen von Val-de-Ruz oder Gruyère.
  • Die Simplonhöhen und die nach Norden ausgerichteten Alpenpässe.

Diese Orte bieten einen weiten und dunklen Horizont, ideal, um die subtilen Nuancen des Phänomens zu erkennen.

Ein seltenes, aber mögliches Spektakel

Die von der Schweiz aus sichtbaren Nordlichter treten nur wenige Male pro Jahrzehnt auf. Da sich der Sonnenzyklus jedoch in seiner zunehmenden Phase befindet (das Sonnenmaximum wird zwischen 2025 und 2026 erwartet), steigen die Beobachtungschancen deutlich.

Die kommenden Jahre könnten daher noch mehr magische Nächte bereithalten, in denen der Schweizer Himmel in polaren Farben erstrahlt.

Sie wird in Lappland nicht mehr gebraucht!

Die Nacht des 12. November 2025 wird in der Schweiz als ein Moment kosmischen Wunders in Erinnerung bleiben. Unter dem Einfluss eines gewaltigen Sonnensturms hatte unser Land das Privileg, ein Naturphänomen von absoluter Schönheit zu erleben: die Vereinigung des Sonnenwinds und des Erdmagnetfelds, projiziert auf die Leinwand des Alpenhimmels.

Ein von unseren Bergen aus sichtbares Nordlicht erinnert uns daran, wie eng Erde und Sonne miteinander verbunden sind und wie die Natur manchmal eine gewöhnliche Nacht in einen Augenblick der Ewigkeit verwandeln kann.


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