🏒 Eishockeywelt in Zahlen: Die National League im Vergleich zu den großen Ligen

Ein vergleichender Überblick zwischen der Schweiz, Schweden, Finnland, Tschechien und der NHL

Eishockey war noch nie so strukturiert, professionell und globalisiert. Zwischen den finanzstarken nordamerikanischen Ligen und den boomenden europäischen Meisterschaften wächst die Kluft, doch die Modelle diversifizieren sich. Die Schweizer National League (NL) zählt mittlerweile zu den attraktivsten Ligen der Welt. Ein vergleichender Überblick.

1. Die National League (Schweiz)

Sportliches Niveau

Die Schweiz hat sich an die Spitze des europäischen Eishockeys gesetzt. Die National League bietet mittlerweile ein sehr hohes Spielniveau, das die qualitativ hochwertige Nachwuchsförderung mit dem Zuwachs an ausländischen Talenten aus der NHL und den skandinavischen Ligen verbindet. Intensität, Tempo und taktische Disziplin machen sie zu einer ausgewogenen und spektakulären Meisterschaft.

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Finanz- und Wirtschaftsmodell

Schweizer Fußballvereine verfügen je nach Größe und Fanbasis über Budgets zwischen 10 und 20 Millionen Schweizer Franken. Lausanne, Zürich und Bern zählen zu den finanzstärksten. Der SC Bern übersteigt regelmäßig 16 Millionen Franken, während kleinere Vereine wie Ajoie typischerweise Budgets zwischen 8 und 10 Millionen Franken haben.

Die Durchschnittsgehälter zählen zu den höchsten in Europa: Ein Spitzenspieler verdient zwischen 250.000 und 500.000 CHF pro Saison, einige ausländische Spieler sogar über eine Million. Die Liga erwägt, für die Saison 2029/30 eine Gehaltsobergrenze von rund 10 bis 12 Millionen CHF einzuführen, um einer unkontrollierten Inflation vorzubeugen.

Stärken und Herausforderungen

  • Stärken: moderne Infrastruktur, hohe Kaufkraft, hohe durchschnittliche Zuschauerzahl (mehr als 7.000 Zuschauer pro Spiel).
  • Herausforderungen: begrenzter Markt, Abhängigkeit von Sponsoren und Ticketverkäufen, Ungleichheiten zwischen den Vereinen.

Die National League hat sich erfolgreich als erstklassige, nachhaltige und attraktive Liga positioniert.

Tabelle der National League-Klubs

2. Die schwedische Hockeyliga (SHL)

Niveau und Wettbewerbsfähigkeit

Die SHL gilt als historischer Maßstab in Nordeuropa. Sie ist sehr ausgewogen und legt Wert auf Spielerentwicklung, Teamdisziplin und eine treue Fangemeinde. Ihr körperbetonter, nordischer Spielstil macht viele Schweden zu potenziellen NHL-Nachwuchsspielern.

Finanzen

Die Vereinsbudgets reichen von 8 bis 14 Millionen Euro, die durchschnittlichen Spielergehälter liegen zwischen 80.000 und 300.000 Euro. Große Vereine wie Färjestad, Växjö und Frölunda verfügen über Budgets von fast 15 Millionen Euro. Dank des kontinuierlichen Wachstums der Ticketverkäufe und der Einnahmen aus Fernsehrechten konnte die SHL ihre Ausgaben in der vergangenen Saison um fast 7 Millionen Euro erhöhen.

Stärken und Herausforderungen

  • Stärken: treues Publikum, solide Strukturen, ordentliche Rentabilität.
  • Herausforderungen: Abwanderung hochqualifizierter Fachkräfte in die NHL und die Schweiz, steigende Gehaltskosten.

SHL bleibt eine sichere Sache. Eishockey Europäisch, mit einer soliden wirtschaftlichen Basis und einem nachhaltigen Modell.

3. Die Liiga (Finnland)

Ebene und Identität

Die finnische Liga verfügt über ein vorbildliches System zur Spielerentwicklung. Zahlreiche junge Liiga-Spieler wechseln jedes Jahr in die NHL oder zu schwedischen Teams. Der finnische Spielstil zeichnet sich durch Disziplin und Schnelligkeit aus.

Finanzen

Die finnischen Vereine haben ihre Budgets in den letzten Jahren deutlich erhöht: Sie liegen nun zwischen 6 und 15 Millionen Euro, mit einem Durchschnitt von fast 12 Millionen Euro. Das Gesamtbudget der Liga wird für die Saison 2024/25 voraussichtlich rund 190 Millionen Euro erreichen.

Die Liiga zeichnet sich durch ihre außergewöhnliche Transparenz aus: Die meisten Vereine veröffentlichen ihre Budgets und Finanzberichte. Trotzdem bleiben einige Mannschaften finanziell angeschlagen.

Stärken und Herausforderungen

  • Stärken: Stabilität, Elitetraining, breite Unterstützung.
  • Herausforderungen: geringe Rentabilität, Abhängigkeit von Spielerverkäufen und lokalen Subventionen.

Finnland bleibt ein sportliches Vorbild, muss aber seine Fähigkeit zur Generierung kommerzieller Einnahmen stärken.

4. Extraliga (Tschechische Republik)

Sportliches Niveau

Die tschechische Liga ist nach wie vor wettbewerbsfähig und technisch anspruchsvoll, mit kreativem Spiel und einem exzellenten Pool an einheimischen Talenten. Allerdings leidet sie weiterhin unter der Abwanderung hochkarätiger Spieler in besser bezahlte Ligen.

Finanzen

Die Budgets variieren erheblich und liegen je nach Verein zwischen 2 und 6 Millionen Euro. Größere Teams wie Pardubice oder Třinec schöpfen ihre Stärke aus einer soliden industriellen oder regionalen Basis. Ihre vergleichsweise geringeren Gehälter ermöglichen es ihnen jedoch, ein gutes Gleichgewicht zwischen Ausgaben und der Förderung lokaler Spieler zu wahren.

Stärken und Herausforderungen

  • Stärken: Tradition, Nationalstolz, kontrollierte Kosten.
  • Herausforderungen: begrenzte finanzielle Attraktivität, mangelnde internationale Sichtbarkeit.

Die Tschechische Republik konzentriert sich auf Kontinuität und Ausbildung, ist aber wirtschaftlich noch weit von schweizerischen oder schwedischen Standards entfernt.

5. Die NHL: der nordamerikanische Gigant

Absolutes Niveau

Die National Hockey League (NHL) ist nach wie vor die Königsklasse des Welteishockeys. Ihre 32 Franchises ziehen die besten Spieler der Welt an und erwirtschaften enorme Einnahmen.

Finanzen

Die NHL erzielte im Jahr 2024 einen Rekordumsatz von schätzungsweise 6,3 Milliarden US-Dollar.

  • Gehaltsobergrenze: 88 Millionen Dollar pro Team.
  • Durchschnittlicher Wert eines Franchise-Unternehmens: 1,9 Milliarden US-Dollar.
  • Sponsoreneinnahmen: ca. 1,5 Milliarden US-Dollar pro Saison.

Das nordamerikanische Wirtschaftsmodell basiert auf einer ausgewogenen Aufteilung der Einnahmen (50/50 zwischen Spielern und Eigentümern) und einer geschlossenen Ligastruktur, die Stabilität und Rentabilität garantiert.

Stärken und Herausforderungen

  • Stärken: Medienmacht, globale Anziehungskraft, solide Finanzstrukturen.
  • Herausforderungen: starke Abhängigkeit von Fernsehrechten, hohe Franchiskosten, umständliche Logistik.

Bislang gibt es keine Liga, die mit der NHL mithalten kann, weder in Bezug auf sportliche Leistungen noch auf wirtschaftliche Aspekte.

6. Gesamtvergleich

LigaDurchschnittliches Budget pro VereinSportliches NiveauDurchschnittliches SpielergehaltHauptmerkmal
NHL200 M $+⭐⭐⭐⭐⭐2,5 bis 3 M $Geschlossene Ligen, globaler Markt
Bundesliga10–20 Millionen CHF⭐⭐⭐⭐½250–500k CHFHöchstes Gehalt in Europa
SHL (Schweden)8–14 Millionen Euro⭐⭐⭐⭐80.000–300.000 €Tradition und Stabilität
Liiga (Finnland)6–15 Millionen Euro⭐⭐⭐⭐60.000–250.000 €Vorbildliche Ausbildung
Extraliga (Tschechische Republik)2–6 Millionen Euro⭐⭐⭐50.000–150.000 €Guter lokaler Talentpool, begrenzte Ressourcen

7. Perspektiven für Europa

Die Zukunft des europäischen Eishockeys ruht auf drei Säulen:

  1. Finanzregulierung: die Einführung von Gehaltsobergrenzen und Luxussteuersystemen, wie sie in der zukünftigen Schweizer Reform vorgesehen sind, um ein Gleichgewicht zu gewährleisten.
  2. Geschäftswachstum: Nutzung von Fernsehrechten, digitalem Vertrieb und internationalem Marketing.
  3. Nachhaltige Entwicklung: Investitionen in Schulungen, die Energiewende in Arenen und das Fanerlebnis zur Stärkung der Publikumsbindung.

Die Schweiz hat mit ihrer hohen Professionalität und Kaufkraft die Chance, zum Kompetenzzentrum des europäischen Eishockeys zu werden, gleich nach dem nordamerikanischen Giganten.

Abschließend

Die Schweizer National League zählt hinsichtlich Spielergehältern und Spielqualität zu den drei besten Ligen der Welt, hinter der NHL und gleichauf mit der schwedischen SHL. Ihr Modell basiert auf Disziplin, Prestige und enger Fanbindung.

In einer Zeit, in der die europäischen Ligen versuchen, sich gegen den nordamerikanischen Giganten zu vereinen, könnte die Schweiz durchaus die Rolle der treibenden Kraft für ein stärkeres, professionelleres und nachhaltigeres europäisches Eishockey spielen.

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