Sauna in der Schweiz: im Badeanzug für die Westschweizer, nackt für die Deutschschweizer
Studie zeigt starke kulturelle Unterschiede zwischen den Sprachregionen des Landes
Nackt schwitzen oder im Badeanzug? In der Schweiz spaltet diese Frage die Gemüter. Laut einer repräsentativen Studie des Instituts gfs.bern für das Kurhotel Fortyseven in Baden unterscheiden sich die Saunagewohnheiten von West- und Deutschsprachigen deutlich.
Der Röstigraben des Wohlbefindens
Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent der Deutschschweizer bevorzugen es, nackt in die Sauna zu gehen, in der Westschweiz teilen dies nur 13 Prozent. Im Gegenteil: Mehr als die Hälfte der Westschweizer gibt an, sich im Badeanzug oder in ein Handtuch gehüllt wohler zu fühlen.
Während Saunagänge ohne Badebekleidung in Zürich, Luzern oder St. Gallen zur Norm gehören, ist diese Praxis in Genf, Lausanne oder Neuenburg weiterhin tabu.
Nacktheit, eine kulturelle Barriere
Bundesweit gibt mehr als jeder zweite Schweizer an, sich angesichts der Nacktheit von Fremden unwohl zu fühlen. Im deutschsprachigen Teil des Landes ist dieses Unbehagen jedoch deutlich weniger ausgeprägt, da Nacktheit dort als natürlicher und authentischer Teil des Spa-Erlebnisses wahrgenommen wird.
In der Westschweiz hingegen wird Wert auf Intimität und Diskretion gelegt, was einem bescheideneren Verständnis von Wohlbefinden entspricht.
Zwei Visionen des Wohlbefindens
Die Deutschschweiz pflegt eine wahre Bäder- und Saunakultur: Thermalbäder, Hammams und Ruhezonen sind beliebte Orte zum Entspannen, insbesondere bei jungen, urbanen Paaren unter 40.
In der Westschweiz nimmt Wohlbefinden eine andere Form an: Ästhetik, Design und Ambiente haben Vorrang vor einfachem Schwitzen. Die Bewohner der Westschweiz suchen ein ganzheitliches Sinneserlebnis – wohlriechende Düfte, sanftes Licht, Massagen und elegante Architektur –, bei dem die Umgebung ebenso wichtig ist wie die Wärme.
Das finnische Modell, zwischen Einfachheit und Authentizität
In Finnland ist das Saunabaden ein gemeinschaftliches und natürliches Ritual, das ohne künstliche Hilfsmittel praktiziert wird. Saunabauer Marko Tattari weist darauf hin, dass Nacktheit dort kein Thema ist: Die Menschen gehen mit Familie oder Freunden in die Sauna, oft getrennt nach Geschlechtern.
Die Sitzungen unterliegen keinen strengen Zeitvorgaben: „Wenn Ihnen heiß oder schwindelig wird, gehen Sie. Ansonsten bleiben Sie so lange, wie Sie sich wohl fühlen“, erklärt er.
Und von extravaganten Aufgüssen oder überfüllten Saunen mit exotischen Düften kann keine Rede sein: In Finnland dominieren Stille und Einfachheit.
🧖♀️ Zusammenfassend
In der Schweiz offenbart die Sauna eine unerwartete kulturelle Kluft: Während Deutschsprachige Authentizität und natürliche Nacktheit suchen, bevorzugen Französischsprachige Eleganz und Bescheidenheit. Zwei Ansätze zum Wohlbefinden, zwei Arten des Schwitzens... auf Schweizer Art.
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