ChatGPT könnte laut einer OpenAI-Studie bereits 44 Arbeitsplätze ersetzen – dennoch ist Vorsicht geboten
Künstliche Intelligenz verschiebt die Grenzen des Möglichen immer weiter. Laut einer neuen internen Studie von OpenAI, dem renommierten Entwickler von ChatGPT, sind KI-Modelle bereits in der Lage, die Aufgaben von 44 menschlichen Berufen teilweise oder vollständig zu übernehmen. Eine Zahl, die ebenso ernüchternd wie beunruhigend ist.
Doch hinter den Versprechen von Effizienz und Produktivität verbergen sich noch immer Grauzonen: Zuverlässigkeit, Ethik und langfristige soziale Folgen.
Eine neue Kennzahl von OpenAI: GDPval
Um die Auswirkungen von Modellen der künstlichen Intelligenz konkret zu bewerten, hat OpenAI ein Tool namens GDPval (für Generative Data Productivity Value) entwickelt.
Diese Bewertung ermöglicht es uns zu messen, inwieweit Modelle wie ChatGPT bereits bestimmte menschliche Berufe ersetzen können.
In einem offiziellen Blogbeitrag erklärt das Team von Sam Altman:
„Die Menschen spekulieren oft über die Gesamtauswirkungen der KI auf die Gesellschaft, aber der beste Weg, ihr Potenzial zu verstehen, besteht darin, sich anzusehen, was Modelle bereits leisten können.“
Mit anderen Worten: OpenAI zielt darauf ab, die Debatte auf messbare Fakten zu stützen, statt auf irrationale Annahmen oder Ängste. Das erklärte Ziel ist es, einen auf greifbaren Beweisen basierenden Reflexionsrahmen zu schaffen, insbesondere für die Arbeitswelt und wirtschaftliche Entscheidungsträger.
44 Berufe sind bereits von ChatGPT und seinen Verwandten betroffen
Die Ergebnisse der GDPval-Studie zeigen, dass 44 Berufe dank KI bereits automatisiert oder tiefgreifend verändert werden könnten.
Darunter finden sich sowohl Verwaltungsberufe als auch technische oder relationale Berufe:
- Immobilienmakler
- Sozialarbeiter
- Wirtschaftsingenieure
- Softwareentwickler
- Anwälte
- Krankenschwestern
- Kundendienstmitarbeiter
- Apotheker
- Finanzberater
- Privatdetektive
OpenAI nennt konkrete Beispiele: eine KI, die Bilder von Hautverletzungen auswerten kann, um eine Krankenschwester zu unterstützen, oder die automatische Erstellung von Verkaufsbroschüren für einen Immobilienmakler.
Diese Funktionen veranschaulichen, wie Modelle wiederkehrende Aufgaben beschleunigen und gleichzeitig Kosten und Produktionszeiten reduzieren können.
ChatGPT: Zwischen Hilfstool und sozialer Bedrohung
Offiziell besteht OpenAI auf einer beruhigenden Botschaft:
Ziel ist es nicht, den Menschen vollständig zu ersetzen, sondern ihn bei seiner täglichen Arbeit zu unterstützen.
Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass sich hinter dieser Rhetorik ein viel umfassenderes Ziel verbirgt: die Senkung der Arbeitskosten und die Steigerung der Rentabilität im großen Stil.
Hinter der vorsichtigen Rhetorik scheint das Projekt von Sam Altman – dem Gründer von OpenAI – klar zu sein: ChatGPT zu einem Schlüsselakteur der globalen Produktivität zu machen.
Der Anführer zögerte nicht, zu bekräftigen, dass GPT-5 über eine „Intelligenz auf Doktoratsniveau“ verfüge, korrigierte sich jedoch angesichts der ersten Tests, die als übertrieben empfunden wurden.
Eine typische Kommunikationsstrategie von OpenAI, das oft für sein aggressives Marketing kritisiert wird.
Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen
Während die Zahlen von OpenAI für Aufsehen sorgen, bleiben viele Experten skeptisch.
Ihrer Ansicht nach mangelt es der GDPval-Bewertungsmethode noch an Transparenz und sie basiert auf sehr theoretischen Szenarien.
„Die meisten Jobs sind nicht nur eine Liste von Aufgaben, die codiert werden können“, weist OpenAI selbst in seinem Bericht darauf hin.
Und genau hier liegt das Problem: Menschliche Berufe haben eine emotionale, soziale und intuitive Dimension, die Algorithmen immer noch nur schwer reproduzieren können.
Sozialarbeiter beispielsweise werten nicht nur Daten aus; sie hören zu, beraten und unterstützen.
Anwälte wiederum müssen die Nuancen von Sprache und Kontext interpretieren und müssen dabei weit über das bloße Verfassen eines juristischen Textes hinausgehen.
KI leidet immer noch unter Halluzinationen und Fehlern
Das größte Hindernis bleiben Halluzinationen, also jene Denk- oder Faktenfehler, die generative KI-Modelle produzieren.
ChatGPT kann, wie andere Systeme auch, völlig falsche Zitate, Quellen oder Schlussfolgerungen in einem selbstbewussten und glaubwürdigen Ton erfinden.
Diese Instabilität macht ihren Einsatz in sensiblen Bereichen riskant: Medizin, Recht, Finanzen, Bildung usw.
Benutzer verbringen oft mehr Zeit mit der Überprüfung und Korrektur von Informationen als mit der Freude an echten Produktivitätssteigerungen.
Mehrere Unternehmen, die versucht haben, ihre menschlichen Teams teilweise durch KI zu ersetzen, sahen sich mit katastrophalen Folgen konfrontiert: Rechtsfehler, inkonsistente Dokumente, Verlust des Kundenvertrauens.
Automatisierung um jeden Preis: Eine Gefahr für die soziale Gerechtigkeit
Über die technische Leistung hinaus bleibt die Frage der sozialen Auswirkungen von zentraler Bedeutung.
Wenn Tools wie ChatGPT in der Lage sind, die Aufgaben eines Immobilienmaklers, eines Verwaltungsassistenten oder eines Werbetexters zu übernehmen, was wird dann mit den Millionen von Menschen geschehen, die in diesen Berufen arbeiten?
Einige Experten sprechen von einem Übergang zu neuen Hybridrollen, in denen Menschen zu „Aufsehern“ der KI werden.
Doch in der Praxis besteht die Gefahr, dass gering qualifizierte Arbeitsplätze ohne echte Entlohnung automatisiert werden.
Angesichts einer technologischen Revolution, deren Auswirkungen ungewiss bleiben, taucht daher die Idee eines universellen Einkommens oder einer Automatisierungssteuer wieder auf.
OpenAI zwischen Anspruch und Verantwortung
OpenAI ist sich der Brisanz dieser Debatte bewusst und kommuniziert nun vorsichtiger.
Das Unternehmen aus San Francisco spricht eher von einer „Mensch-Maschine-Zusammenarbeit“ als von einer vollständigen Substitution.
Sie erinnert uns daran, dass KI ein Werkzeug unter menschlicher Aufsicht bleiben muss, insbesondere bei Entscheidungen mit starken ethischen oder emotionalen Auswirkungen.
Tatsächlich beschleunigt sich das Entwicklungstempo jedoch.
Mit der Veröffentlichung von GPT-5, das als „das fortschrittlichste Modell aller Zeiten“ angekündigt wurde, bestätigt OpenAI seine Ambitionen:
Erweitern Sie die Einsatzmöglichkeiten von ChatGPT auf Medizin, Ausbildung, Recht, künstlerisches Schaffen und wissenschaftliche Forschung.
Diese Erweiterung wirft eine weitere Frage auf:
Sollte der Einsatz generativer KI strenger reguliert werden, bevor er den Arbeitsmarkt neu definiert?
Auf dem Weg zu einer neuen Definition menschlicher Arbeit?
Bei genauerer Betrachtung wirft der OpenAI-Bericht eine grundlegende Frage auf:
Was macht einen menschlichen Beruf wirklich aus?
Ist es technisches Können, Intuition, Kreativität oder die Fähigkeit zur Empathie?
Künstliche Intelligenz zwingt uns, diese Vorstellungen zu überdenken.
Vielleicht werden die Arbeitsplätze auf lange Sicht nicht verschwinden, sondern sich zu einer Form der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine entwickeln.
Die eigentliche Frage wird nicht sein, ob ChatGPT Menschen ersetzen kann, sondern wie wir diese technologische Macht nutzen wollen – und innerhalb welches ethischen Rahmens.
Abschließend
Ja, ChatGPT kann laut OpenAI bereits bestimmte Aufgaben in 44 Berufen ersetzen.
Aber nein, das bedeutet nicht, dass der Mensch überflüssig geworden ist.
Die GDPval-Studie verdeutlicht die Dualität künstlicher Intelligenz: Sie kann zwar helfen, ist aber dennoch fragil, fehleranfällig und verfügt nicht über moralische Intuition.
In der Zukunft der Arbeit geht es nicht um Ersatz, sondern um intelligente Anpassungen.
Und die eigentliche Frage, die wir stellen müssen, lautet nicht: „Wie weit wird ChatGPT gehen?“, sondern: „Wie weit wollen wir es gehen lassen?“
Die 10 Berufe, die durch ChatGPT und KI am stärksten bedroht (oder verändert) sind
Die GDPval-Studie von OpenAI und die Arbeitsmarktanalyse von Experten stimmen darin überein: Einige Berufe sind der Automatisierung durch generative KI stärker ausgesetzt als andere.
Hier sind die Top 10 der Berufe, die sich bis 2030 am wahrscheinlichsten erheblich verändern werden:
| Rang | Arbeit | Erwartete Auswirkungen | Aufgaben |
| 1️⃣ | Verwaltungsassistent | Sehr stark | E-Mails schreiben, Termine verwalten, Berichte erstellen |
| 2️⃣ | Webredakteur oder Journalist | Schüler | Content-Erstellung, SEO, automatische Zusammenfassungen |
| 3️⃣ | Immobilienmakler | Stark | Anzeigenerstellung, Vertragsgestaltung, Kostenvoranschlagskalkulation |
| 4️⃣ | Finanzberater | Stark | Portfolioanalyse, Anlagesimulation |
| 5️⃣ | Softwareentwickler | Mittel bis stark | Codegenerierung, Test, Dokumentation |
| 6️⃣ | Rechtsanwalt oder Rechtsexperte | DURCHSCHNITT | Vertragsgestaltung, Rechtsrecherche, Rechtsprechungsanalyse |
| 7️⃣ | Krankenschwester und Apothekerin | Mäßig | Vordiagnostik, Analyse medizinischer Bilder |
| 8️⃣ | Community-Manager | Stark | Erstellung von Publikationen, Moderation, Planung |
| 9️⃣ | Übersetzer | Sehr stark | Maschinelle Übersetzungen und unterstützte Revisionen |
| 🔟 | Kundendienstmitarbeiter | Sehr stark | Automatische Antworten, Anfrageverfolgung, KI-Chatbots |
💡 Gut zu wissen: Diese Jobs werden nicht über Nacht verschwinden. Sie werden sich zu Management-, Aufsichts- oder Mehrwertrollen entwickeln, die KI noch nicht nachahmen kann: Empathie, Strategie, moralisches Urteilsvermögen.
🔸 So bereiten Sie sich auf die Arbeit vor
mit
KI, nicht dagegen
Angesichts des rasanten Wachstums von Tools wie ChatGPT ist Anpassung der Schlüssel.
Hier sind einige Tipps, um Veränderungen vorwegzunehmen:
- Entwickeln Sie Ihre KI-Fähigkeiten: Der Umgang mit Tools wie ChatGPT, Midjourney oder Claude wird genauso wichtig wie die Verwendung von Word oder Excel.
- Stärken Sie Ihr kritisches Denken: KI kann Fehler machen. Wenn Sie wissen, wie Sie die generierten Informationen validieren, gegenprüfen und korrigieren, werden Sie zu einem „erweiterten“ Benutzer.
- Heben Sie Ihre Kreativität und emotionale Intelligenz hervor: zwei Eigenschaften, die Algorithmen nicht beherrschen.
- Informieren Sie sich über digitale Ethik und Datenschutz: Diese Themen werden für die Jobs der Zukunft zentral sein.
- Nutzen Sie KI als Partner, nicht als Ersatz: Delegieren Sie wiederkehrende Aufgaben an sie, behalten Sie Strategie und Vision für sich.
🔸 Zusammenfassend
Künstliche Intelligenz macht Arbeit nicht kaputt, sie setzt sie neu zusammen.
Die Arbeitsplätze von morgen werden zur Hälfte menschlich und zur Hälfte algorithmisch sein, wobei der Wert weniger in der Ausführung als vielmehr im Verständnis, der Kreativität und der Verantwortung liegt.
OpenAI ebnet mit ChatGPT und seinem GDPval-Tool den Weg in eine Zukunft, in der die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine der neue Motor der globalen Produktivität sein wird – solange wir uns daran erinnern, dass Fortschritt nur dann lohnenswert ist, wenn er allen zugutekommt.
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