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KI-generierte politische Videos sind auf YouTube im Trend und zielen auf Trump ab

Zeichentrickbären, die Donald Trump angreifen, Wladimir Putin, der mit Melania Trump ausgeht, oder Wolodymyr Selenskyj, der die Toilette des ehemaligen US-Präsidenten mit einer Falle präpariert: Diese urkomischen Sketche, die von künstlicher Intelligenz erstellt wurden, entwickelten sich 2025 zu einem der viralsten Phänomene auf YouTube.

Beispiel eines viralen KI-Videos

Diese von Tom-und-Jerry-Cartoons inspirierten, grotesken Videos zeigen Staatschefs in absurden Situationen, die für Trump und seinen Verbündeten Benjamin Netanjahu oft demütigend sind. So sieht man beispielsweise Putin, Ayatollah Ali Khamenei und Kim Jong-un, wie sie dem amerikanischen Milliardär Fallen stellen, Flaggen verbrennen und sogar Autos aus Früchten fahren. Das Ganze wird von eingespieltem Lachen und komischer Musik untermalt und gipfelt manchmal sogar in der inszenierten Ermordung der Staatschefs.

Ein weltweiter Erfolg

Seit ihrem Aufkommen Anfang des Jahres haben diese spezialisierten YouTube-Kanäle über 2,2 Milliarden Aufrufe erzielt. Zum Vergleich: Der offizielle Kanal des Weißen Hauses verzeichnet seit 2006 «nur» 88 Millionen Aufrufe. Einige Videos allein erreichen über 20 Millionen Aufrufe und generieren Tausende von Kommentaren.

Die aktivsten Accounts, wie etwa „Make AI Great Again“ und „Global Presidents“, nutzen die öffentliche Nachfrage nach einer Mischung aus Politik, absurdem Humor und Technologie aus. Acht der zehn meistgesehenen Videos über Trump im Jahr 2025 werden von diesen Kanälen stammen.

Zwischen Unterhaltung und Propaganda?

Die Urheber behaupten zwar, es handle sich nur um einen Spaß, doch einige Beobachter bezweifeln ihre wahren Absichten. Der Desinformationsexperte Bret Schafer von der Alliance for Securing Democracy weist beispielsweise darauf hin, dass der burkinische Präsident Ibrahim Traoré – der westlichen Öffentlichkeit kaum bekannt – regelmäßig in diesen Videos auftaucht. Diese Wahl könnte auf geopolitische Motive hindeuten, insbesondere angesichts des wachsenden Einflusses Russlands und Chinas in Westafrika.

Manche Inhalte weisen sogar Parallelen zu chinesischer oder russischer Propaganda auf. Videos des Accounts «Make AI Great Again» über „amerikanische Arbeiter in Ausbeuterbetrieben“ kursierten zunächst in chinesischen sozialen Medien, bevor sie von staatlichen Medien aufgegriffen wurden.

YouTube unter Druck

Diese Produktionen verstoßen nicht gegen die YouTube-Richtlinien, da sie ausdrücklich als KI-generierte Fiktion gekennzeichnet sind. Die Plattform gibt an, keine Hinweise auf eine staatlich geförderte Kampagne gefunden zu haben, obwohl sie ein zuvor sanktioniertes Konto entfernt hat.

Das Phänomen beschränkt sich nicht auf YouTube: Auch auf TikTok und Instagram werden diese Videos massiv verbreitet und erzielen so Hunderte Millionen zusätzlicher Aufrufe.

Eine neue kulturelle Waffe?

Hinter dem absurden Humor und der cartoonhaften Ästhetik werfen diese Videos eine ernste Frage auf: Handelt es sich hierbei lediglich um digitale Unterhaltung oder um ein neues Instrument der Kulturkriegsführung, das Desinformation und Satire miteinander verbindet?

Eines steht fest: Noch nie zuvor haben derart bizarre politische Parodien ein so breites Online-Publikum erreicht. Analyst Bret Schafer fasst es so zusammen:

«Ich war überwältigt von der Anzahl der Aufrufe.»


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