Schweizer Gletscher auf dem Rückzug
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Schweizer Gletscher schmelzen in Rekordgeschwindigkeit: Ein Erbe in Gefahr

In der Schweiz sind Gletscher nicht nur spektakuläre Landschaften: Sie sind ein Süßwasserreservat, eine Touristenattraktion und ein nationales Symbol. Jüngste Studien zeigen jedoch, dass sich das Schmelzen beschleunigt. Zwischen 2022 und 2024 verloren die Schweizer Gletscher fast 10 % ihres Volumens, eine Zahl, die Wissenschaftler und Anwohner beunruhigt.


Doppelt so schnell schmelzen wie erwartet

Höhere Temperaturen und sengende Sommer führen laut Experten der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz dazu, dass das Eis viel schneller schmilzt als zunächst prognostiziert. In nur zwei Jahren ist so viel Eis verschwunden, wie in den 30 Jahren zwischen 1960 und 1990 verloren ging.


Folgen für Wasser und Landwirtschaft

Gletscher speisen die Schweizer Flüsse und Seen. Ihr Verschwinden bedroht insbesondere im Sommer die Wasserversorgung für:

  • Landwirtschaft (Bewässerung von Nutzpflanzen),
  • Wasserkraftproduktion,
  • Inlandsverbrauch.

Ohne diese natürlichen Reserven werden sich Dürren wahrscheinlich verschärfen.

Schweizer Gletscher auf dem Rückzug
Schweizer Gletscher im Wallis

Auswirkungen auf Tourismus und Landschaft

Der Bergtourismus in der Schweiz ist zum Teil auf Gletscher angewiesen, wie den Aletschgletscher, den größten Europas. Ihr Rückzug verändert die Landschaft und bereitet Skigebieten Sorgen. Bergführer sehen bereits Routen, die durch das Schmelzen gefährlich geworden sind.


Die Schweiz im Zentrum des Klimakampfes

Die Schweiz ist eines der am stärksten betroffenen Länder, da sich innerhalb ihrer Grenzen 700.000 Kilogramm Gletschereis konzentrieren. Daher spielt sie eine Schlüsselrolle in internationalen Diskussionen, insbesondere bei den Genfer Konferenzen zum Thema Klima und Plastikverschmutzung.


Globale Erwärmung Notfall oder nicht?

Die Schweizer Gletscher schwinden in beispiellosem Tempo und verdeutlichen die Dringlichkeit, der globalen Erwärmung entgegenzuwirken. Der Erhalt dieses Naturerbes stellt sowohl für die Schweiz als auch für den Rest der Welt eine grosse Herausforderung dar. Im Laufe der Geschichte unseres Planeten gab es abwechselnd sehr heisse und sehr kalte Klimaperioden. Die Frage ist, wie sich der Einfluss des Menschen auf diese Veränderungen messen lässt. Die wissenschaftliche Welt ist sich in dieser Frage uneinig, denn die für jeden spürbare und messbare Erwärmung ist zwar erwiesen, ihre Ursachen – ob vollständig, teilweise oder geringfügig vom Menschen verursacht – sind jedoch schwer zu messen und abzuschätzen.


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