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Radio-Humor: 120 Sekunden zum Verzicht auf UKW-Radiowellen

FM: Die beiden Vincents beleuchten die SSR mit einer Taschenlampe

Donnerstagmorgen war bei RTS Première ein Lachspektakel … außer vielleicht für die Führungsetage der SSR. In nur 120 Sekunden zerlegten Vincent Kucholl und Vincent Veillon Stück für Stück die geniale hauseigene Idee: UKW aufzugeben, um Hals über Kopf auf DAB+ umzusteigen.

Kucholl spielte einen fiktiven Stellvertreter des Einsatzleiters Markus Brignola, der stolz verkündete, dass diejenigen, die keinen Empfang mehr hätten, einfach nur ein neues Radio kaufen müssten. Oder im schlimmsten Fall ein neues Auto. Ganz einfach, oder?

Als Veillon es wagte, die Unzufriedenheit der Hörer und sogar der Mitarbeiter anzusprechen, kam die Antwort prompt: «Die Meinung der Angestellten interessiert uns nicht, die haben keine Ahnung von Radio.» Ein Satz, den man sich im nächsten Geschäftsbericht fast schon vorstellen kann.

Was die Zuschauereinbußen angeht – im Espace 2 sind es nur noch 49 % – besteht kein Grund zur Panik. Das Management, erklärt Brignola, sei nicht dazu da, Fehler einzugestehen. Einen Fehler eingestehen? Welch absurde Idee!

Der Höhepunkt der Sendung: Kucholl argumentierte, das Parlament solle auch private Radiosender in den Ruin treiben. «Andernfalls wäre es unfair. Außerdem ist UKW gut für die Armen und die Hinterwäldler.» Das dürfte die verbliebenen Hörer freuen.

Während sich die SSR selbst lobte, brachte der eigentliche Gast des Tages, Nationalrat Philippe Nantermod, die Situation prägnant auf den Punkt: «Nur weil die SSR beschlossen hat, von der Klippe zu springen, heißt das nicht, dass andere ihr folgen müssen.»

Die Moral von der Geschichte: In 120 Sekunden haben die beiden Vincents mehr für die Allgemeinheit getan als so manche Managementbesprechung.


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