Kriminalität: Die gefährlichsten Städte der Schweiz
Jährlich veröffentlicht die Polizei eine Statistik zur Kriminalität in der Schweiz. Die Ausgabe von 2024 offenbart einige überraschende Zahlen: Bestimmte Kleingemeinden weisen eine deutlich höhere Kriminalitätsrate pro Kopf auf als große Städte. Dies hat die Debatte um die Sicherheit in Städten und die Interpretation dieser Daten neu entfacht.
Aktualisiert am 10. November 2025:
Steht Lausanne an der Spitze der Liste der gewalttätigsten Städte? Die Stadtverwaltung relativiert diese Behauptung.
Laut den neuesten Statistiken des Bundesamts für Statistik (BFS) wird Lausanne im Jahr 2024 mit 14,3 Gewalttaten pro 1.000 Einwohner die höchste Rate an Gewaltverbrechen in der Schweiz aufweisen. Damit liegt die Hauptstadt des Kantons Waadt vor anderen Städten mit mehr als 30.000 Einwohnern.
Die Gemeinde mahnt jedoch zur Vorsicht. Die vom FSO verwendete Kategorie «Gewalt» umfasst ein breites Spektrum an Delikten – von Straßenkämpfen bis hin zu häuslicher Gewalt – und berücksichtigt keine kleinen Gemeinden, zu denen Solothurn an erster Stelle stehen würde.
Auf Nachfrage von 24 heures relativierte Marcelo Aebi, Professor an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Lausanne, die Bedeutung des Rankings:
«Unterschiede in der Art und Weise, wie Straftaten erfasst werden, in der Kriminalpolitik oder auch in der Attraktivität großer Städte können den Vergleich verfälschen.»
Der Forscher räumt jedoch einen tatsächlichen Anstieg der Gewalttaten in Lausanne ein, den er insbesondere mit der Jugend der Bevölkerung und dem Einfluss französischsprachiger sozialer Netzwerke in Verbindung bringt, in denen Videos urbaner Gewalt kursieren.
Der Kanton Waadt verzeichnet seinerseits einen Anstieg häuslicher Gewalt und des Drogenhandels. Angesichts einer gewissen «erneuten Sicherheitslage» kündigte Staatsrat Wassilis Venizelos (Grüne) die Einrichtung einer Kriminalitätsbeobachtungsstelle an.
«Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Zeit diese Phänomene besser verstehen und bestimmte Mythen über die Kriminalität im Kanton Waadt entkräften können», sagte Vassilis Venizelos.
Solothurn an der Spitze der Rangliste
Solothurn belegt mit rund 270 registrierten Straftaten pro 1.000 Einwohner den ersten Platz. Diese Zahl lässt sich teilweise durch das hohe Pendler- und Besucheraufkommen erklären, das die Quote künstlich erhöht. Dennoch katapultiert sie die Barockstadt an die Spitze der Rangliste.
Interlaken und sein Touristenstrom
Interlaken liegt mit fast 211 Straftaten pro 1.000 Einwohner an zweiter Stelle. Dies entspricht einem Anstieg von über 40 Straftaten pro 1.000 Einwohner im Vergleich zum Vorjahr. Der Massentourismus mit Hunderttausenden Besuchern jährlich trägt maßgeblich zu dieser Statistik bei.
Wichtigste Städte: Bern, Basel und Lausanne
Unter den größeren Ballungsräumen verzeichnet Bern etwa 176 Straftaten pro 1.000 Einwohner, gefolgt von Basel mit 163. Diese Städte sind für einen erheblichen Anteil an Diebstählen, Körperverletzungen und Drogendelikten verantwortlich. Lausanne hingegen zeichnet sich durch eine hohe Rate an Gewaltverbrechen aus und liegt in dieser Kategorie direkt hinter Basel.
Die anderen Gemeinden in den Top 7
Olten, Egerkingen und Biel zählen ebenfalls zu den am stärksten betroffenen Gemeinden mit Raten zwischen 141 und 151 Delikten pro 1.000 Einwohner. Auch hier können die geringe Einwohnerzahl und bestimmte lokale Gegebenheiten die Statistiken verzerren.
Eine Rangliste, die mit Vorsicht zu interpretieren ist
Diese Zahlen bedeuten nicht zwangsläufig, dass diese Städte für ihre Einwohner im Alltag gefährlich sind. In Touristengebieten oder Städten mit hohem Pendleraufkommen vermittelt die Kriminalitätsrate im Verhältnis zur Einwohnerzahl mitunter ein übertriebenes Bild der Unsicherheit. Für Großstädte dienen die Zahlen primär dazu, die häufigsten Delikte zu identifizieren: Diebstahl, Gewaltverbrechen oder Drogendelikte.
Die Kriminalität in der Schweiz ist im Vergleich zu anderen Ländern generell niedrig, doch diese Statistiken zeigen, dass die Situation regional stark variiert. Und Sie, glauben Sie, dass dieses Ranking Ihr Sicherheitsempfinden in Ihrer Stadt oder auf Reisen widerspiegelt?
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