Euro 2025: Massimo Lorenzi gibt sexistische Bemerkung weiter – F. Scola verteidigt das Team

Während der laufenden Frauen-EM 2025 hat ein Tweet des Schweizer Journalisten Laurent Favre eine Welle kritischer und herausfordernder Reaktionen ausgelöst. Während der Übertragung des Spiels Italien gegen Norwegen postete er folgenden Kommentar:
„Eine großartige italienische Mannschaft, der nur ein Pipo/Toto/Paolo vor dem Tor fehlen, um die Norweger in die Knie zu zwingen.“
#weuros2025
In einem heiteren Tonfall impliziert der Satz, dass die italienische Frauenmannschaft trotz ihrer Kompetenz und ihres Talents ... einen Mann braucht, um ihre Chancen vor dem Tor zu nutzen. Verweise auf männliche Ikonen wie Pipo Inzaghi, Totò Schillaci und Paolo Rossi – allesamt legendäre Stürmer des italienischen Fußballs – verstärken diese Implikation.
Veralteter Humor oder gewöhnlicher Sexismus?
Auch wenn die Journalistin vermutlich bestreitet, „einen Witz machen“ zu wollen, so ist diese Art von Bemerkung doch Teil dessen, was viele Sportlerinnen schon lange anprangern: den alltäglichen Sexismus in der Welt des Sports und insbesondere im Frauenfußball.
Die Botschaft, die – wenn auch unabsichtlich – vermittelt wird, ist eindeutig: Eine Frauenmannschaft wäre ohne die Anwesenheit oder das Vorbild eines Mannes nicht vollständig. Schlimmer noch: Ohne diese „männliche Note“ wäre sie weder wettbewerbsfähig noch effektiv. Kurz gesagt: Es handelt sich um eine Verleugnung der Leistung der Spielerinnen, ihrer Fähigkeiten, ihres professionellen Trainings und ihres herausragenden Einsatzes.
Fred Scola, ein intelligentes Gegenbeispiel
Angesichts dieses Tweets hätte die Reaktion in Gleichgültigkeit oder im Gegenteil in Kontroverse umschlagen können. Aber Fred Scola, der Hauptkommentator von Euro 2025 für RTS, konnte intelligent und subtil reagieren. Während der Live-Übertragung wischte er die Bemerkung beiseite, ohne mit seinem Kollegen mitzuspielen.
Anstatt sich auf die Herrenmannschaft zu konzentrieren, hob Scola die wahren Angriffsqualitäten der Damen-Squadra Azzurra hervor und nannte insbesondere Cristiana Girelli. Die erfahrene Spielerin brachte die Kritiker schnell zum Schweigen, indem sie wenige Minuten später Italiens erstes Tor des Spiels erzielte (und in der 90. Minute das entscheidende Tor, das Italien ins Halbfinale brachte). Eine perfekte Reaktion, sowohl auf dem Platz als auch in der Kommentatorenkabine.
Warum ist es wichtig, diese Art von Gerede zu verurteilen?
Viele denken vielleicht: „Es ist doch nur ein Witz, warum so eine große Sache daraus machen?“ Genau diese Art der Trivialisierung trägt zu einem Klima der permanenten Abwertung des Frauensports bei. Es ist nicht so sehr der Witz selbst, der verstörend ist, sondern die implizite Botschaft, die er vermittelt.
In einem Kontext, in dem Spielerinnen bereits um gleiche Bezahlung, mediale Anerkennung und Respekt für ihre Professionalität kämpfen müssen, befeuert jeder Kommentar, der ihren Platz oder ihre Leistung herabwürdigt, ein latentes sexistisches System.
Darüber hinaus haben Worte in einer ultravernetzten Welt eine große Wirkung. Ein live während eines europäischen Wettbewerbs geposteter Tweet wird gesehen, geteilt und kommentiert. Er wird zu einem kulturellen Signal, einer potenziellen Referenz. Und in diesem Fall zu einem Beispiel dafür, was man vermeiden sollte.
Ein notwendiges Bewusstsein
Der Frauenfussball erlebt einen rasanten Aufschwung. In der Schweiz hat die Zahl der Spielerinnen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Vereine investieren immer mehr, und junge Mädchen identifizieren sich mit Vorbildern wie Alayah Pilgrim. Iman Beney oder die vielversprechende Sydney Schertenleib. Sie müssen nicht einmal indirekt daran erinnert werden, dass ihnen „ein Mann fehlt“, um erfolgreich zu sein.
Was sie brauchen, ist Unterstützung, Sichtbarkeit und vor allem Respekt.
Daher ist es wichtig, Medienprofis wie Fred Scola Anerkennung zu zollen, die ihre Rolle ernst nehmen und sich an der Weiterentwicklung der Debatte beteiligen, anstatt Klischees aus einer anderen Zeit zu recyceln.
Abschluss
Diese jüngste Episode erinnert uns daran, dass der Weg zur Gleichberechtigung im Sport auch über die Sprache führt. Frauenfußball braucht keine maskulinen Referenzen, um zu existieren. Er ist autonom, vielfältig, spektakulär und vor allem von talentierten Sportlerinnen getragen.
Laurent Favre verpasste als Journalist die Gelegenheit, seine Beobachtungen hervorzuheben. Glücklicherweise zeigen andere wie Fred Scola, dass Frauensport mit Begeisterung, Präzision und Respekt kommentiert werden kann.
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Herzlichen Glückwunsch an Herrn Scola für die intelligente Antwort! Frauenteams brauchen keine Männer, um erfolgreich zu sein, vor allem nicht, um Tore zu schießen!
Fred Scola großartig dank ihm
Ja, es ist klar, dass sich die Mentalitäten noch stark weiterentwickeln müssen.
Unverschämte Kommentare! Die Spielerinnen haben bewiesen, dass sie keine Männer auf dem Platz brauchen! Die Italienerin hat einige wirklich tolle Tore geschossen!! Kommt schon, Mädels