Ski alpin: Die Schweiz startet mit Rekordschwung in die Saison 2026/27
Der Countdown läuft: Am 24. und 25. Oktober fällt auf dem Rettenbachgletscher in Sölden der Startschuss zur Weltcup-Saison 2026/27 im Ski alpin. Und kaum eine Nation geht mit so viel Selbstvertrauen in diesen Winter wie die Schweiz. Nach einer historischen Weltcup-Bilanz und einer olympischen Traumausbeute in Milano Cortina blickt das Schweizer Ski-alpin-Team auf einen der erfolgreichsten Winter seiner Geschichte zurück. Ein Rückblick in Zahlen – bevor es in die neue Saison geht.
Weltcup 2025/26: Schweizer Dominanz von A bis Z
Zum vierten Mal in Folge – und zum sechsten Mal in den letzten sieben Saisons – hat Swiss-Ski die Nationenwertung angeführt. Die Zahlen sprechen für sich: 67 Podestplätze holten Schweizer Athletinnen und Athleten in diesem Winter, mehr als jede andere Nation, dazu 17 Siege.
Zugpferd dieser Erfolgsserie: Marco Odermatt. Der Nidwaldner sicherte sich seine fünfte grosse Kristallkugel in Folge, überholte damit Pirmin Zurbriggen und zog mit Marc Girardelli gleich. Mit erst 28 Jahren stehen bereits 16 Kristallkugeln in seiner Sammlung – über alle Disziplinen hinweg. In dieser Saison kam er auf 14 Podestplätze, davon 9 Siege.
Franjo Von Allmen Sieg in Milano – Cortina 2026 Olympische Spiele
Disziplinen-Bilanz – Ski-alpin-Weltcup 2025/26
| Disziplin | Kugel an die Schweiz? | Schweizer Athlet(en) im Fokus |
|---|---|---|
| Abfahrt Herren | ✅ 3. kleine Kugel für Odermatt | Marco Odermatt (Kugel), Corinne Suter mit 2 Siegen bei den Frauen |
| Super-G Herren | ✅ 4. kleine Kugel in Folge für Odermatt | Marco Odermatt (Kugel) |
| Riesenslalom Herren | ❌ Kugel für L. Pinheiro Braathen (BRA) | Loïc Meillard, Marco Odermatt (konstant auf dem Podest) |
| Slalom Herren | ❌ Einzige Disziplin ohne Schweizer Sieg | — |
| Abfahrt Damen | ❌ Kugel für L. Pirovano (ITA) | Corinne Suter (1 Sieg) |
| Super-G Damen | ❌ Kugel für S. Goggia (ITA) | Malorie Blanc (1 Sieg) |
| Riesenslalom Damen | ❌ Kugel für J. Scheib (AUT) | Camille Rast |
| Slalom Damen | ❌ Kugel für M. Shiffrin (USA) | Camille Rast (2. im Klassement, 1 Sieg) |
Die Zahl, die alles zusammenfasst: Die Schweiz gewann in 7 der 8 Ski-alpin-Disziplinen mindestens ein Rennen – einzig der Herrenslalom blieb ohne Schweizer Sieg. Die Erfolgsgaranten: Marco Odermatt (9 Siege), Loïc Meillard (2), Camille Rast (2), Franjo von Allmen (2), Malorie Blanc (1) und Corinne Suter (1), die mit ihrem Comeback an der Weltspitze für Aufsehen sorgte.
Milano Cortina 2026: Der schönste Olympia-Frühling der Schweizer Geschichte
War der Weltcup schon ein Fest, wurden die Olympischen Winterspiele von Milano Cortina (6.–22. Februar 2026) für die Schweiz zum absoluten Höhepunkt. Mit 23 Medaillen, davon 6 Mal Gold, holte die Schweizer Delegation die beste Ausbeute ihrer Geschichte an Winterspielen – besser als Calgary 1988, PyeongChang 2018 oder Peking 2022. Und der Ski alpin trug massgeblich zu diesem historischen Erfolg bei.
Die Entdeckung dieser Spiele heisst Franjo von Allmen: Er wurde nach Toni Sailer und Jean-Claude Killy erst der dritte Athlet der Geschichte, der bei denselben Spielen drei olympische Ski-alpin-Titel gewann – Abfahrt, Super-G und Teamkombination (zusammen mit Tanguy Nef). Marco Odermatt, bereits Olympiasieger im Riesenslalom von Peking, komplettierte seine Sammlung mit Silber im Riesenslalom, Bronze im Super-G und Silber in der Teamkombination an der Seite von Loïc Meillard – als erster Schweizer Ski-alpin-Athlet überhaupt mit vier individuellen Olympiamedaillen. Meillard selbst holte zusätzlich Gold im Slalom. Bei den Frauen rettete Camille Rast die Schweizer Ehre mit Silber im Slalom – der einzigen Schweizer Ski-alpin-Medaille der Frauen, aber einer besonders wertvollen angesichts der übermächtigen Mikaela Shiffrin.
Die komplette Schweizer Ski-alpin-Bilanz – Olympia Milano Cortina 2026
| Wettkampf | Athlet(en) | Medaille |
|---|---|---|
| Abfahrt Herren | Franjo von Allmen | 🥇 Gold |
| Super-G Herren | Franjo von Allmen | 🥇 Gold |
| Super-G Herren | Marco Odermatt | 🥉 Bronze |
| Riesenslalom Herren | Marco Odermatt | 🥈 Silber |
| Riesenslalom Herren | Loïc Meillard | 🥉 Bronze |
| Slalom Herren | Loïc Meillard | 🥇 Gold |
| Teamkombination Herren | Franjo von Allmen / Tanguy Nef | 🥇 Gold |
| Teamkombination Herren | Marco Odermatt / Loïc Meillard | 🥈 Silber |
| Slalom Damen | Camille Rast | 🥈 Silber |
Bilanz Ski alpin: 4x Gold, 3x Silber, 2x Bronze – 9 der insgesamt 23 Schweizer Medaillen dieser Spiele.
Ausblick 2026/27: Schreibt die Schweiz weiter Geschichte?
Der Appetit kommt beim Essen – und die Schweiz startet mit grossen Ambitionen in die Saison 2026/27. Der Kalender steht bereits fest: Saisonstart in Sölden am 24./25. Oktober 2026, danach ein Winter mit den grossen Schweizer Klassikern (Adelboden, Wengen, St. Moritz, dazu die Rückkehr von Lenzerheide) und einem ganz besonderen Highlight – die Ski-alpin-Weltmeisterschaften 2027 finden vom 1. bis 14. Februar in Crans-Montana statt, 40 Jahre nach der ersten Austragung auf dem Walliser Hochplateau 1987. Den Saisonabschluss bildet wie gewohnt das Weltcup-Finale in Sun Valley, vom 20. bis 25. März 2027.
Marco Odermatt peilt seine sechste grosse Kristallkugel an und würde damit dem Rekord von Marcel Hirscher (8 Titel) einen weiteren Schritt näherkommen, Franjo von Allmen will seinen Olympia-Höhenflug im Weltcup bestätigen, Loïc Meillard träumt von der Gesamtwertung, und Camille Rast will nach Olympia-Silber noch einen draufsetzen. Alles deutet auf einen weiteren elektrisierenden Winter für die Schweizer Farben hin.